Vor diesem Hintergrund ist es nicht einfach, engagierte Unternehmer aus dem Kreis der Mitglieder zu finden, die neben dem erforderlichen fachlichen Know-How auch noch die Möglichkeit haben, Zeit und Engagement einzubringen. Zeit ist ein Gut, um das es bei Unternehmern in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eher schlecht bestellt ist. Man ist in den Reihen des Vorstandes nach Gesprächen mit einigen aktiven Mitgliedern und der Stadt zu der Erkenntnis gelangt, dass die Förderung des Gewerbes und das Marketing für den Standort kaum noch zu trennen sind. Beide Parteien haben den Wunsch, das Mittelzentrum zu stärken und voranzubringen. Beiden Parteien fehlt es an Möglichkeiten, sei es an personellen Ressourcen oder einfach dadurch bedingt, dass Verwaltungen in der Regel wenig Erfahrung mit der Konzeption und Durchführung eines professionellen Marketings haben. Eine Kombination beider Organisationen erscheint am erfolgversprechendsten. Gesprochen wird seit Jahren darüber, die Umsetzung scheiterte bislang an den erforderlichen Gestaltern, teils aber auch am fehlenden Konzept und dem Festhalten von Althergebrachtem. Eine Stadt wie Groß-Umstadt, als eines der führenden Mittelzentren im Landkreis und in der Region, kann und darf seinen Führungsstatus nicht riskieren. Andere Mittelzentren sind derzeit aktiv und stellen sich entsprechend auf. Der erste GewerbeDialog des Landkreises hat dies gezeigt. Fast alle umliegenden Gemeinden haben mehr Gewerbeflächenzuwachs ausgewiesen als Groß-Umstadt.
Ein neues Marketing Konzept getragen und umgesetzt von einem „Umstadt Marketing e.V.“ könnte Groß-Umstadt als Marke vermarkten und dabei wesentliche Aufgaben im Rahmen des Veranstaltungsmanagements, Tourismus und der Gewerbeförderung übernehmen. Hauptberuflich besetzt, überwacht durch einen Vorstand oder Beirat in dem OGV und Stadt vertreten sind. Es ist jetzt an der Zeit die Weichen für die nächsten Jahre zu stellen. Die Suche nach einem neuen Vorstand für den OGV könnte dann leichter fallen, wenn es nicht nur darum geht, ein paar wenige zu finden, die mit gutem Willen und viel Zeit ehrenamtlich die Aufgaben lösen, die normalerweise Profis gegen Bezahlung machen sollten. Wenn die Aufgabe des Vorstandes ist, Impulse und Ideen aus den Reihen der Gewerbetreibenden an dieses neue Marketinginstrument heranzutragen und dort umsetzen zu lassen, wird die Aufgabe wieder ehrenamtlich lösbar. Der Zeitaufwand hält sich in einem vertretbaren Rahmen und die Interessen des Gewerbes werden zielorientiert in einem Gesamtkonzept vertreten.
Der OGV ist zu einem solchen Schritt grundsätzlich bereit und wird versuchen, zusammen mit der Stadt, der Kommission für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing sowie anderen Institutionen eine entsprechende Basis zu schaffen. Hierzu benötigt er aber auch Mitmacher aus den eigenen Reihen und einen Vorstand, der bereit ist, neue Wege zu gehen. Und genau für diesen werden noch Kandidaten aus den Reihen der Gewerbetreibenden gesucht. Die jungen Umstädter Unternehmen sind aufgerufen Verantwortung zu übernehmen.
Es sind nur noch 5 Monate bis zur nächsten Mitgliederversammlung und dann muß das Team für einen neuen Vorstand stehen - oder der Verein steht wieder vor dem gleichen Dilemma wie vor zwei Jahren oder wie im letzten Jahr. Nur diesmal gibt es keinen alten Vorstand der es noch mal macht. Zum diesbezüglichen Gedankenaustausch lädt der OGV seine Mitglieder und alle interessierten Bürger und Gewerbetreibenden zum „Umstädter OGV-Stammtisch“ ein.


