Montag, 21. Mai 2012
Herausgeber: Ortsgewerbeverein Groß-Umstadt 1849 e.V.

Wofür steht eigentlich dieses Modellprojekt Modell?

Das Finanz- und Planungsdesaster um den Kita Neubau in Semd.
 
Mit rund 900.000 Euro Mehrkosten und somit einem Gesamtaufwand von rund 2,7 Mio Euro ist das schon ein schwerverdaulicher Brocken für den Groß-Umstädter Haushalt. Allein 580.000 Euro bleiben von den Mehrkosten an der Stadt hängen und werden im Haushalt 2010 zu weiteren Einsparungen führen müssen, den Rest trägt der Kreis.
 
Der ursprüngliche Ansatz durch Niedrigenergietechnik und verbindener Planung zur Grundschule ein Modellprojekt  zu schaffen ist sehr löblich , war aber auch mit rund 1,8 Mio fast doppelt so hoch in der Kostenplanung angesetzt, als es bei „normalen“ Kindergärten der Fall ist.  Was wiederum nicht heißt, dass dies in Zusammenhang mit den entstandenen Mehrkosten steht.
 
Im Modellprojekt können 2 und 3 jährige in Zukunft Gruppen Kochen, weil die Erzieherinnen bei Befragung das „Schick“ fanden und vermutlich hoffen, dass Ihre Schützlinge in 20 oder 30 Jahren einmal Teilnehmer einer TV-Kochshow sein könnten. Dieses Deutschland sucht den Superkoch-Modell verursachte mal eben 54.000 Euro Mehrkosten. Solche und ähnliche Individual-Wünsche zeigen sehr deutlich die Problematik einer durchgängigen Konsenspolitik. Da redet jeder mit und will seine Ideen verwirklicht wissen. Eine altbekannte Weisheit: Viele Köche verderben den Brei.
 
Die Planer gehen hinten den Bauherrenwünschen in Deckung und freuen sich über den proportionalen Anstieg ihrer Honorare. Mit dem einst preisgekrönten „luftigen Entwurf“ hat die heutige Kita nur noch wenig gemein. Planer Zimmernann selbst spricht davon, dass das Objekt jetzt „pressgenutzt“ sei.
 
Trozdem sei die Frage erlaubt, warum die Probleme mit dem Baugrund und dem Kanalanschluß erst im nachhinein auftauchten (140.000 Euro Kosten) und die Gestaltung der Aussenflächen (368.000 Euro) bewusst bei der Budgetierung anfangs aussen vorgelassen wurden.
 
So wurde in der gemeinsamen Sitzung von Bau- sowie Haupt- und Finanzausschuß auch die Frage nicht wirklich beantwortet, warum das Parlament nicht früher von den einzelnen kostentreibenden Planungsänderungen informiert worden ist. Bürgermeister Joachim Ruppert versichert, es habe diese Informationen jeweils zeitnah im Magistrat gegeben und es oblige den Magistratsmitgliedern die Informationen entsprechend an die jeweiligen Fraktionen weiterzugeben.
 
Es entsteht der Eindruck, als hätte man hier ein Denkmal schaffen wollen. Für Denkmäler gibt es immerhin Fördertöpfe. Vielleicht lässt sich ja da noch was machen in Sachen Defizit.
 
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